Unser Bildungsprojekt wendet sich an Kinder und Jugendliche in Schulen der Schlüsselgebiete und hat zum Ziel, Verständnis und Bewusstsein für das Leben und die Bedeutung der Gorillas zu schaffen. Durchgeführt wird das Projekt von Lehrerinnen und Lehrern aus der Region, die von der AWP ausgebildet wurden.

Im Takamanda Nationalpark unterstützen wir Kooperativen dabei, Kakaobohnen biologisch anzubauen und zu fairen Preisen zu verkaufen um alternative Einkommensquellen zu schaffen. Im Gegenzug setzen sich die Einwohner zum Schutz des stark gefährdeten Cross-River Gorillas ein und verzichten auf Wilderei sowie Raubbau am Wald. Mit Einnahmen aus dem Kakaoverkauf möchten wir zudem unsere Kamerunprojekte weiterentwickeln, um noch mehr zum Schutz der bedrohten Arten beizutragen.

Great Apes Education Program

An Grundschulen und Colleges in Kamerun engagiert sich die AWP mit dem Bildungsprojekt “Great Apes Education Program” zum Schutz der bedrohten Cross-River-Gorillas – die seltenste Gorillaart unseres Planeten. Vor allem die Abholzung des Regenwaldes führte beinahe zu dessen Ausrottung, es existieren weltweit nur noch etwa 250 Individuen. Damit ist der „gorilla gorilla diehli“ noch stärker gefährdet als der Berggorilla.

Durch die Ausbildung lokaler Lehrkräfte zu Gorilla-Botschafter*innen und der Durchführung von Projekttagen an Schulen, werden Schüler*innen im Alter von 7-18 Jahren für den Gorillaschutz sensibilisiert. Dabei werden konkrete Handlungsmöglichkeiten zum Schutz der Tiere aufgezeigt. Häufig fehlt es vor Ort an grundlegendem Wissen über die Tiere, ihre Lebensweise und ihren Bedrohungsstatus. Wir wollen nötige Wissens- und Handlungskompetenzen vermitteln, Barrieren abbauen und somit gemeinsam mit den Bewohner*innen Takamandas die faszinierenden Cross-River-Gorillas vor dem Aussterben bewahren sowie ein friedliches Miteinander von Mensch und Gorilla fördern.

Unser 5-tägiges Programm ist 2017 vom Kameruner Ministerium für Bildung (MINEDAD) anerkannt worden und ergänzt das schulische Angebot mit modernen Lehrmethoden. Dabei werden u.a. die motorischen, sprachlichen und kognitiven Kompetenzen der Kinder gestärkt. Die Lehrmittel wurden gemeinsam mit Fachlehrern aus Deutschland und Kamerun entwickelt. Die Artenschutzinhalte konnten mit Experten des WWFs und der WCS erstellt werden.

Das Projekt „Great Apes Education Program” kann fortlaufend gestartet und durchgeführt werden. Förderer des Projektes  sind die Wilhelma Stuttgart und die Regenwald & Berggorilla Direkthilfe.

Takamanda Kakao

Takamanda ist ein noch recht junger Nationalpark in Westen Kameruns entlang der nigerianischen Grenze. Hier lebt der Cross-River-Gorilla. Ziel der Errichtung des Nationalparks Takamanda war es, Wilderei und Abholzung zu beenden und die verbliebenen Tiere zu retten. Was den Cross-River-Gorilla schützen soll, bedeutet für die lokale Bevölkerung jedoch den Verlust der meist einzigen Einkommensquelle. Eine mögliche Lösung stellte die Landwirtschaft dar. Kakaoanbau genießt in Kamerun eine lange Tradition, weshalb ein Großteil der Bevölkerung sich dieser Alternative zuwandte.

 

Die Anbaugebiete des Kakaos überschneiden sich häufig mit dem Habitat des Cross-River-Gorillas. Die wenigen noch existieren Individuen der Gorillas sind meist allein oder zu zweit unterwegs. Um Partner zur Fortpflanzung zu finden, müssen sie oft lange, gefährliche Wege auf sich nehmen. Das können sie nur dann erfolgreich tun, wenn die Menschen ihre Wanderungswege respektieren und diese nicht betreten.

 

Im Nationalpark Takamanda teilen rund 16.000 Menschen in 18 Dörfern ihr Leben mit den Gorillas. Es handelt sich um indigene Völker, die verschiedene Ethnien vertreten; darunter Anyang, Boki, Asumbo, Bascho und Belegete. Traditionell leben sie von der Jagd. In den letzten Jahrzehnten haben sie sich jedoch mit einem Leben als Landwirte arrangiert. Ihre Haupteinnahmequelle ist heute der Kakaoanbau.

 

Die AWP möchte die Lebenssituation der lokalen Farmer verbessern und positive Synergien schaffen, die sich langfristig und somit effektiv auf den Schutz des Cross-River-Gorillas auswirken. Durch das Einkommen aus dem fairen Kakaohandel haben die Bauern vor Ort eine sichere Einkommensquelle und sind nicht mehr auf die Jagd angewiesen. So kann illegale Wilderei reguliert und Druck von den Lebensräumen der Menschenaffen genommen werden. Durch die Kooperation mit der Bevölkerung vor Ort entstand zudem ein Agreement: Die Bewohner*innen Takamandas setzen sich zukünftig aktiv für den Schutz der Cross-River-Gorillas und ihren Lebensraum ein.

 

Mit dem Bau eines Solartrockners und der Errichtung von Fermentierungsboxen konnten wir in 2018/19 die Kakaoproduzenten in der Gemeinde Kekpani weiter stärken. In Tests wurde den Kakaobohnen aus Takamanda eine sehr hohe Qualität bescheinigt. Unser Ziel ist es, in Deutschland bzw. Europa Abnehmer zu fairen Preisen zu gewinnen. Ein Teil der Erlöse soll dazu beitragen, die Projekte der AWP in Kamerun zu erweitern.

 

Das Projekt „Takamanda Kakao“, mit dem wir die bisherigen Bemühungen der GIZ in diesem Gebiet flankieren, wird unterstützt von der WP Schmitz Stiftung.

Wildlife Run

Mit dem Lernspiel „Wildlife Run“ soll die lokale Bevölkerung in Bezug auf bedrohte Menschenaffen sensibilisiert werden. Der „Wildlife Run“ ist ein unterhaltsames Jump-and-Run Spiel, bei dem man Punkte sammelt, indem man einen Gorilla, Schimpansen oder Elefanten vor Wilderern und anderen Gefahren schützt. Um die einzelnen Level zu bestehen, hilft es Wissensfragen des „Rangers“ zu beantworten. Dadurch erhoffen wir uns neben einem gestiegenen Bewusstsein für den Schutz der Tiere auch eine positivere Wahrnehmung des Berufsbildes „Ranger“.

 

Das Spiel ermöglicht ein interaktives Erlebnis und soll unser Bildungsprogramm an Schulen in Kamerun erweitern. Es befindet sich in der finalen Entwicklungsphase und kann nach der Fertigstellung vor Ort als sogenanntes „Crowd-Game“ von Gruppen in einem harmonischen Wettbewerb ausgetragen werden.